Ich denke darüber nach was dieses Jahr vorrangige Themen in Solingen sind die auch Relevanz auf bundesweiter Ebene haben.
Dazu gehört ja sicherlich das "Krankenhausthema" welches nicht nur hier ein großes Streitpotenzial birgt.
Die dazugehörigen Berichte über eine Überversorgung lassen mich erst einmal reflexartig gegen diesen empfundenen Sozialabbau sein , gerade auch vor dem Hintergrund das solche Berichte von der Bertelsmann Stiftung kommen welche ich auch nicht gerade als neutrale Instanz bezeichnen kann. Bei etwas differenzierterer Betrachtung komme ich nicht umhin auch aus meinen eigenen Beobachtungen der letzten Jahre in Solingen Probleme zu erkennen. Ich werde hier mal ein konkretes Beispiel aufführen: Im Laufe des Jahres 2019 hat mein Vater mehrere Monate in verschiedenen Krankenhäusern in Solingen und Wuppertal verbringen müssen und ich habe wie viele andere Menschen auch negative Erfahrungen mitgenommen bezüglich der schlechten personellen Ausstattung (quantitativ!!). Das ist bedauerlich und mir ist leider immer wieder die Bedeutung des Wortes "Zweiklassenmedizin" vor Augen geführt worden. Aber ich möchte gerade auf etwas anderes hinaus. Während des Aufenthaltes meines Vaters in der Lukas Klinik nach seiner schweren Herz OP im Alter von 86 Jahren lag er in einem Dreierzimmer welches im 60er Jahre Style ein Waschbecken hinter einem Vorhang hatte. Um die Toilette zu benutzen musste er (und alle anderen alten Menschen dort auch) dieToilette auf dem Flur nutzen. In den Wochen während seines Aufenthaltes dort habe ich so viele entwürdigende Szenen miterlebt, da mussten die kranken älteren Herrschaften teilweise in Unterwäsche im Flur Schlange stehen um die Toilette benutzen zu können. Ich weiss nicht genau wieviel, aber es sind sicherlich mehr als 8 Zimmer welche sich die eine Toilette teilen müssen…… Ich kann mir denken das es den ein oder anderen gibt der das nicht glaubt oder es nicht schlimm findet, aber glaubt mir: Das ist Schlimm und wer es mal genau wissen will kann sich ja mal mit den vollkommen überlasteteten Pfleger/innen unterhalten.
Um es auf den Punkt zu bringen : Solche Stationen müssen sofort geschlossen werden!
So kann doch das Überangebot abgebaut werden, ich weiß das dies eine provokante Forderung ist und ich höre auch schon die Argumente : Was hat die Lukas Klinik mit den Problemen im Städtischen Krankenhaus zu tun? Alles wie ich meine, auch wenn es sich um unterschiedliche Trägerschaft handelt….
In beiden Häusern werden die Leistungen an mir von meinen Beiträgen gezahlt….oder?
Also los, lasst uns auch mal über unpopuläre Themen ins Gespräch kommen…
KUNST · PERSPEKTIVEN · WISSENSARCHIV
Krankenhäuser in Solingen: Meine persönlichen Erfahrungen aus 2019
Veröffentlicht am 02.01.2020. · Archiviert von Bernd Grah
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