Eigentlich war mein Plan ein ganz einfacher – im Jahr 2025 bei der Kommunalwahl selbst als Kandidat anzutreten. Nun wissen wir alle, dass das Leben selten Rücksicht auf politische Zeitpläne nimmt, und so hat ein persönlicher Schicksalsschlag, der unsere Familie über ein Jahr lang in Atem gehalten hat, diese Pläne durchkreuzt. Wer glaubt, dass man in solchen Momenten trotzdem noch die Kraft findet, Wahlprogramme zu entwerfen und Haustüren abzuklopfen, darf das gerne einmal praktisch ausprobieren. Ich für meinen Teil habe beschlossen, diesen Schritt zu vertagen – was bedeutet, dass eine Kandidatur nun frühestens bei der nächsten Kommunalwahl denkbar ist.
Doch wer mich kennt, weiß: einfach abwarten und vier, fünf Jahre Däumchen drehen – das ist nicht mein Stil. Wenn man politisch mitreden will, dann reicht es nicht, in Stammtischrunden kluge Kommentare abzugeben (auch wenn es manchmal durchaus erholsam ist, genau das zu tun). Entscheidend ist vielmehr, Einblicke in die Prozesse zu gewinnen, dort, wo die eigentliche Arbeit passiert: in den Ausschüssen. Und genau da sehe ich meinen Platz in den kommenden Jahren – nicht als stiller Beobachter, sondern als jemand, der seine Erfahrungen und Analysen einbringt.
Meine Expertise? Sie reicht vom Schreinerhandwerk, wo ich gelernt habe, dass man Balken gerade zuschneiden muss, wenn man ein Dach bauen will (eine Weisheit, die in der Politik erstaunlich oft in Vergessenheit gerät), über meine Tätigkeit als Fachinformatiker und Ausbilder, wo ich die digitale Transformation praktisch umgesetzt habe, bis hin zu meiner Zeit bei KTM, wo ich nicht nur die IT-Infrastruktur aufgebaut, sondern auch die strategischen Bewegungen des Konzerns kritisch begleitet habe. Dazu kommt meine Arbeit als Lehrer in den Fächern Informatik, Technik und Geschichte – also genau die Mischung, die man braucht, um sowohl Kabelsalat zu entwirren als auch historische Parallelen zu erkennen.
In den letzten Jahren habe ich mir außerdem den Luxus gegönnt, die Kommunalpolitik in Solingen mit einer gewissen Hartnäckigkeit zu beobachten. Manche würden es „Hobby“ nennen, ich bevorzuge den Begriff „praktische Erwachsenenbildung“. Dabei habe ich schnell gelernt: Transparenz ist ein dehnbarer Begriff, und manche Gremien scheinen sich eher an der Kunst des Weglassens zu erfreuen, als an der Freude des Teilens. Aber gut – auch das ist eine Erkenntnis, und Erkenntnisse sind bekanntlich die Grundlage jeder politischen Bildung.
Mein Ziel ist es, als sachkundiger Bürger an diesen Prozessen teilzunehmen. Nicht, weil ich alles besser weiß (so etwas behaupten schon genug andere), sondern weil ich glaube, dass man mit Fachwissen in den Bereichen Bildung, Digitalisierung, Finanzen und gesellschaftliche Entwicklung durchaus einen Beitrag leisten kann – konstruktiv, kritisch, und, wenn nötig, mit einer Prise Ironie, damit es nicht zu trocken wird.
Welche Partei mir dazu die Gelegenheit gibt, ist mir zweitrangig. Für mich zählt, dass die Arbeit pragmatisch, transparent und zukunftsorientiert geschieht. Alles andere ist Folklore, und von der hat Solingen schon genug.