Der Rat der Stadt Solingen hat den Weg für Verhandlungen über den Verkauf des Alten Bahnhofs freigemacht. Laut Berichterstattung soll es sich um ein sogenanntes Konzeptvergabeverfahren handeln.
Was dabei allerdings bislang kaum öffentlich nachvollziehbar ist:
- Wie und wo wurde dieses Verfahren eigentlich bekannt gemacht?
- Wurden ausreichend viele potenzielle Interessenten erreicht?
- Gab es mehrere vergleichbare Konzeptvorschläge – oder faktisch nur einen einzigen?
- Und auf welcher Grundlage wurde entschieden, dass dieses eine Konzept „tragfähig“ sei?
Gerade bei einem Gebäude mit dieser stadtgeschichtlichen und städtebaulichen Bedeutung darf es keinen stillen Verkauf im Hinterzimmer geben. Ein Konzeptvergabeverfahren lebt vom Wettbewerb der Ideen – nicht davon, dass am Ende nur ein Angebot übrig bleibt, dessen Inhalt der Öffentlichkeit unbekannt ist.
Solingen hat in den letzten Jahrzehnten bereits zu viele seiner sogenannten „Kronjuwelen“ verloren. Immer wieder mit dem gleichen Muster:
große Ankündigungen, große Versprechen – und am Ende entweder keine Umsetzung oder eine schlichte Aneignung ohne den versprochenen Mehrwert für die Stadt.
Genau deshalb habe ich heute formelle Anfragen an die Stadt Solingen und die SEG gestellt. Ziel ist es, transparent offenzulegen:
- wie dieses Verfahren gelaufen ist
- ob echte Öffentlichkeit hergestellt wurde
- und ob tatsächlich ein fairer, vergleichbarer Wettbewerb stattgefunden hat
Das ist kein Angriff auf Personen, sondern eine notwendige Kontrolle eines Verfahrens, das öffentliches Eigentum betrifft.
Stadtentwicklung braucht Vertrauen – und Vertrauen entsteht nur durch Transparenz.
Ich halte euch hier auf dem Laufenden.
Wer sich für Stadtentwicklung, kommunales Eigentum und transparente Verfahren interessiert, sollte dieses Thema im Blick behalten.
Öffentlichkeit ist kein Störfaktor.
Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Konzepte auch umgesetzt werden – und nicht verschwinden.