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Solingen – 30 Jahre Baustellenpolitik: Wiederholt sich die Geschichte?

Veröffentlicht am 02.10.2025. · Archiviert von Bernd Grah

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  1. Gräfrath: „Nicht um jeden Preis“ – ein geflügeltes Wort ohne Wirkung

Seit Jahrzehnten soll am alten Bahnhof in Gräfrath ein Supermarkt entstehen.
Die Schlagzeile klingt klar: „Nicht um jeden Preis“.
Doch was steckt wirklich dahinter?

Keine klaren Fristen.

Keine Sanktionen, wenn Investoren blockieren.

Keine Rückfallklauseln, die das Grundstück zurück in öffentliche Hand bringen könnten.

Das Ergebnis: Eine Brache als Dauerzustand.
Der Investor kann Zeit aussitzen, die Stadt blockiert sich selbst – und die Bürger zahlen die Zeche, indem sie täglich auf einen Schandfleck schauen.

  1. Alter Hauptbahnhof: Verkauf im Eilverfahren

Währenddessen will die Stadtspitze nun den nächsten Schritt tun:
Der alte Hauptbahnhof in Solingen, ein Gebäude mit Geschichte und Bedeutung, soll kurzfristig an ein Investorentrio vergeben werden.

Die Abstimmung soll am 9. Oktober erfolgen.

Der Kaufpreis? Nicht öffentlich.

Vertragsentwürfe? Nicht veröffentlicht.

Nutzungskonzepte? Nur vage.

Eine Entscheidung dieser Tragweite – mitten im Übergang zwischen OB Kurzbach und OB Flemm – erinnert fatal an das alte Muster:
„Vertraut uns, wir regeln das hinter verschlossenen Türen.“

  1. Politische Legitimation: Zwischen den Stühlen

Genau hier liegt das Problem:
Ein scheidender OB, ein neuer OB noch nicht im Amt, ein Rat kurz vor der Neubesetzung.
Warum also jetzt ein Eilverfahren? Wem nützt die Hast – und wem schadet sie?

Die Bürger haben Anspruch auf Transparenz und demokratische Legitimation.
Und das bedeutet:

Keine Schnellschüsse in Übergangsphasen.

Offenlegung der Eckpunkte, bevor Beschlüsse fallen.

Diskussion im neuen Rat, der das Vertrauen der Wähler trägt.

  1. Ein Muster, das wir seit 30 Jahren kennen

Gräfrath, Hauptbahnhof, Südpark, alte Bahnhöfe, alte Industrieflächen – das Muster ist immer gleich:

Grundstücke werden ohne Sicherungsmechanismen abgegeben.

Investoren sitzen Zeiträume von 10, 15 oder gar 25 Jahren einfach aus.

Am Ende landen wertvolle Flächen unter Wert in privater Hand.

Zurück bleiben Bauruinen und verbrannte Chancen.

Es ist nicht der erste Fehler.
Aber es wäre fatal, wenn es wieder derselbe wird.


Fazit: Bürger erwarten Verantwortung

Was wir erwarten dürfen, ist kein blindes Abnicken von nicht-öffentlichen Verträgen.
Wir brauchen klare Fristen, Rückfallklauseln und echte Transparenz – sonst bleibt Solingen die Stadt der Baustellen ohne Bauten.

Und:
Berichten allein reicht nicht. Es braucht auch ein kritisches Nachhaken, warum diese Stadt seit 30 Jahren dieselben Fehler macht.


📸 Hinweis: In meiner nächsten Instagram-Story zeige ich aktuelle Bilder vom ehemaligen Hauptbahnhof – einem Ort, der aktuell mehr Invest-Ruine als Zukunftsprojekt ist.
Aber: Dieses Gebäude ist auch ein wichtiges Kulturdenkmal im öffentlichen Besitz.
Und genau deshalb erwarten die Bürger, dass die Stadt mehr Anstrengung zeigt, um den Bestand zu sichern, statt ihn vorschnell aus der Hand zu geben.

👉 Teaser: Die Story folgt in Kürze – mit vielen Eindrücken vom Ist-Zustand.