🔎 Solingen bekommt Wirtschaftsförderungs-Preis – und viele fragen sich: „Soll das jetzt alles überdecken?“
In Frankfurt wurde SolingenBusiness mit dem Preis „Innovative Wirtschaftsförderungen 2025“ ausgezeichnet. Glückwunsch – eigentlich ein Grund zur Freude.
Aber mal ehrlich:
Wer die letzten Monate in Solingen verfolgt hat, kommt an einer Frage nicht vorbei:
👉 Wird hier ein bundesweiter Preis genutzt, um eine ziemlich ramponierte Bilanz der Wirtschaftsförderung aufzuhübschen?
💥 Ein Preis – mitten in einer Aufarbeitungsphase?
Zur Erinnerung:
- Die Wirtschaftsförderung steckte nach der Schleuser-Affäre tief in der Kritik.
- Der frühere Chef Frank Balkenhol wurde erst freigestellt, dann fristlos gekündigt, am Ende gab es einen kostspieligen Vergleich.
- Kommunalpolitisch waren Strukturen und Verantwortlichkeiten jahrelang Streitpunkt, besonders für die CDU und den heutigen Oberbürgermeister Daniel Flemm.
Und mitten in diese Phase der Aufarbeitung platzt nun ein Preis, der SolingenBusiness als „innovativ“ und „gut organisiert“ lobt.
🎭 Externer Preis – interne Probleme
Natürlich:
Der Award wird bundesweit vergeben, die Jury sitzt nicht in Solingen. Niemand behauptet, der Preis sei „bestellt“.
Aber:
- Ausgezeichnet werden interne Organisationsprozesse – genau jene Strukturen, die hier vor Ort lange problematisch waren.
- Die politische und rechtliche Aufarbeitung ist noch längst nicht abgeschlossen.
Der zeitliche Kontrast ist auffällig – und sorgt verständlich für Stirnrunzeln.
📣 Politische Nutzung? Aber sicher.
Wer die Berichte liest, merkt sofort:
Die Stadtspitze und der neue OB Flemm (CDU) freuen sich verständlicherweise über die positive Medienwirkung.
Nach Monaten voller Negativschlagzeilen kann man es ihnen kaum verdenken.
Aber politisch ist es natürlich ein Geschenk:
- Die CDU hatte die Wirtschaftsförderung im Wahlkampf scharf kritisiert.
- Jetzt kann man zeigen: „Schaut her, wir sind auf dem richtigen Weg!“
- Viele Medien transportieren genau dieses Bild – ohne die Vorgeschichte ausführlich mitzuerzählen.
Das Problem dabei:
Der Preis bewertet eine Selbstdarstellung der Organisation – nicht die politischen Verantwortlichkeiten der letzten Jahre.
❗ Die entscheidende Frage
Darf ein einzelner Preis darüber hinwegtäuschen, wie viel Vertrauen in Solingen verloren gegangen ist?
Denn:
- Die Schleuser-Affäre ist nicht aufgearbeitet.
- Die Fragen rund um Kontrolle, Aufsicht und Fehlentwicklungen sind offen.
- Die wirtschaftliche Bilanz der letzten Jahre ist umstritten.
- Und der neue OB muss erst beweisen, dass er wirklich neu strukturiert – nicht nur schöner kommuniziert.
💬 Fazit
Ein bundesweiter Preis ist etwas Positives.
Aber er ersetzt keine politische Verantwortung – und schon gar nicht eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der Wirtschaftsförderung Solingen.
Wer jetzt so tut, als sei auf einmal alles glänzend, verkennt die Realität:
👉 Ein Award kann schmücken – aber nicht reparieren.
Ein Preis kann ein Signal sein.
Aber er darf nicht zur Ablenkung werden.