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KUNST · PERSPEKTIVEN · WISSENSARCHIV

WDR Antwort auf mein Anschreiben zum Hambacher Forst

Veröffentlicht am 19.10.2018. · Archiviert von Bernd Grah

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Gastdokument: Antwort von Jörg Brücher (WDR), veröffentlicht mit der im damaligen Beitrag dokumentierten Freigabe.

Hatte netten E-Mail Kontakt mit Herrn Jörg Brücher vom WDR , dieser hat mir die Freigabe erteilt seine Antwortmail auf meine Anfrage beim WDR hier zu veröffentlichen , hier also die Antwort

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Sehr geehrter Herr Grah,
vielen Dank für Ihre Mail über unsere Berichterstattung zum Hambacher Forst.
Sie sprechen sehr grundsätzliche Fragen an, die uns in unserer Arbeit immer wieder beschäftigen. Wie kann man einen Sachverhalt von solch hohem emotionalen Gehalt wie die Situation am Hambacher Forst möglichst objektiv darstellen?

Für uns gibt es da nur eine Antwort: Es müssen alle Seiten gleichermaßen dargestellt werden. Das Anliegen der Kohlekraft-Gegner, Aktivisten und Demonstranten ebenso wie die Forderungen und die Gründe der Vorgehensweise von RWE, die Sichtweise der betroffenen Gemeinden und natürlich der Einsatzkräfte.
Wir haben uns darum bemüht, all diese Seiten zu berücksichtigen. Wir sprechen in diesen Tagen in nahezu jeder Redaktionskonferenz darüber, wie das Thema objektiv dargestellt werden kann. Wir fühlen uns dazu journalistisch und als öffentlich-rechtlicher Sender verpflichtet. Wir gehen jede Sichtweise durch, besprechen Einzelheiten der Umsetzung. Dabei wollen wir nicht nur Fakten transportieren, sondern auch die Lebenswelten aller Beteiligten zeigen.

Was die Aktuelle Stunde angeht, stehen wir vor einer grundsätzlichen Schwierigkeit: in einem Magazin-Format gehört es dazu, dass Journalisten auch aus einem persönlichen Blickwinkel auf die Dinge schauen, dass sie ihre Perspektive einbringen. Die Moderation einer Magazinsendung lässt Raum für subjektivere Zugänge. Sie haben vielleicht gesehen, dass Ministerpräsident Laschet vor einigen Tagen eine Zeche kurz vor der Schließung besucht hat. Für die Aktuelle Stunde hat unsere Moderatorin Susanne Wieseler darüber berichtet, und sie hat dabei zum Thema gemacht, dass sie selbst aus einer Familie von Bergarbeitern kommt und deshalb einen speziellen Blick auf die Schließung hat. Eine solche Herangehensweise, die bewusst nicht nachrichtlich neutral bleibt, wird von vielen Zuschauerinnen und Zuschauern geschätzt. Das bedeutet aber nicht, dass Moderatoren legitimiert wären, ihre politische Meinung oder gar eine parteipolitische Präferenz mehr oder weniger subtil zum Ausdruck zu bringen.
Natürlich gilt immer noch, dass wir Bericht und Kommentar trennen. Ein Beitrag, der als „Meinung“ gekennzeichnet ist, enthält auch genau das und ist eben nicht der nachrichtlichen Neutralität verpflichtet. Bei Meinungsbeiträgen versuchen wir, Ausgewogenheit herzustellen, indem wir über einen bestimmten Zeitraum hinweg unterschiedlichen Kolleginnen und Kollegen mit ganz verschiedenen Positionen Raum geben und somit die Vielfalt von Meinungen innerhalb des demokratischen Spektrums darstellen.
Ich habe mir aufgrund Ihrer Kritik einige Stücke noch einmal angesehen. Ich sehe in der Gesamtheit der Beiträge die Positionen alle gleichermaßen und gut dargestellt. Gerade in der journalistischen Begleitung eines so umstrittenen und polarisierenden Themas, wie es die Braunkohle zweifellos ist, versuchen wir, so neutral und unvoreingenommen wie möglich zu berichten.

Freundliche Grüße

Jörg Brücher

Stellv. Leiter Programmgruppe Aktuelles

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Für diejenigen die meinen Brief nicht gelesen hatten :

https://www.facebook.com/bernd.grah/posts/1873655689336707