Politisches Wort zum Sonntag
Es ist Sonntag in Solingen – ein Tag der Ruhe, ein Tag zum Innehalten. Wobei man bei unserer Stadt ja manchmal den Eindruck bekommt, sie halte schon die ganze Woche inne. Manche nennen es „Verwaltung“, andere schlicht Stillstand.
Wir sehen eine Innenstadt, die seit Jahren von Konzept zu Konzept wankt – mal soll ein Pavillon den großen Wurf markieren, mal ein neues Pflaster den Einzelhandel retten. Und währenddessen zieht das Leben weiter, die Bürger warten – und die Probleme bleiben.
Auch bei Immobilienverkäufen kennt Solingen seinen ganz eigenen Rhythmus: schnell weg, günstig weg, und wehe, jemand fragt nach den Details. Wer zu viel wissen will, gilt hier schnell als Querulant. Transparenz? Ein schönes Fremdwort, das sich gut auf Wahlplakaten macht – in der Praxis aber selten eingelöst wird.
Doch nächsten Sonntag haben wir Solingerinnen und Solinger eine seltene Gelegenheit: Wir können wählen. Und wer glaubt, dass es „ja sowieso nichts ändert“, der irrt. Stillstand ist nämlich kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis von Entscheidungen – oder Nicht-Entscheidungen.
Darum mein Gedanke für diesen Sonntag: Wenn wir wollen, dass Solingen wieder vorankommt, dass Mut, Ehrlichkeit und Verantwortung über Parolen und Seilschaften gestellt werden – dann müssen wir diese Chance nutzen. Ein Kreuz mag klein wirken, aber es kann eine große Wirkung entfalten.
Einen schönen Sonntag – und nächste Woche bitte nicht nur spazieren gehen, sondern auch wählen gehen.