Meinung
Die Berichterstattung der letzten Wochen zeigt das Dilemma auf , wir "eiern" in vielen Bereichen nur noch herum und obwohl alle immer davon reden das dem Bürger gegenüber Klartext geredet werden muss geschieht dies eben nicht.
Die berühmte Schere geht natürlich immer weiter auseinander und obwohl ich mit vielen linken Ansichten nicht übereinstimme sehe ich auch die absolute Notwendigkeit Widerstand zu mobilisieren.
Das Ungerechtigkeitsempfinden der Menschen setzt an immer mehr Stellen ein , als aktuelles Beispiel kann die RBB Debatte über eine "böse" Intendantin herhalten.
Im Windschatten der Erkenntnisse werden Jahresgehälter publik welche in keiner Weise zu rechtfertigen sind .
Hier kommen wir langsam an Punkte an denen sich die "Normalbürger" fragen warum sich im öffentlichen Bereich eine solche Mentalität durchsetzen kann.
In viel zu vielen Bereichen hat man sich anscheinend schon daran gewöhnt das priviligierte Menschen es zustande bringen mit einem Jahresgehalt das zigfache der „normalen“ Arbeitenden zu bekommen ( ich verwende an dieser Stelle absichtlich nicht die Wörter „verdienen“ oder „erwirtschaften“)
Die immer wieder dumme Argumentation das die Leute in die freie Wirtschaft gehen würden wenn sie diese Gehälter nicht bekommen kann nicht wirklich überzeugen. Lasst uns doch mal schauen wo Frau Schlesinger nächstes oder übernächstes Jahr arbeitet und zu welchem Jahresgehalt .
Ich weiss das viele die angesprochenen Dinge wieder als „Neiddebatte darstellen werden, aber muss man immer weiter sich kommentarlos Buhrow Gehälter gutheißen ?
Viele Jahre lang schaue ich mir auf allen Ebenen an wie mit „öffentlichen“ Geldern umgegangen wird und habe tatsächlich auch versucht im der Lokalpolitik meinen Beitrag am vernünftigen Handeln beizutragen.
Dies war aber leider nicht erwünscht , in über viele lange Jahre verfilzten Strukturen Dinge zu ändern war nach ca. 1,5 Jahren innerhalb Solingen ( für mich ) nicht möglich.
Leider habe ich gerade auch auf lokaler Ebene die Erfahrung gemacht das viele öffentliche Bedienstete und Politiker sich nur noch „selber feiern“ und dabei jedes Gefühl für die Realitäten verloren haben.
In den letzten 20 Jahren sind in Solingen so viele Dinge schief gelaufen , diese immer wieder aufzuzählen bin ich auch irgendwann leid geworden.
Allerdings laufen auch aktuell so viele Dinge absolut falsch das man diese auch weiterhin benennen muss .
Die ewige Selbstbeweihräucherung der Solinger Verwaltung , insbesonder auch in der zugestandenermaßen schweren Corona Lage ist für die vielen Menschen welche von den Dienstleistungen der Stadt enttäuscht sind kaum noch zu ertragen.
Homeoffice mag ja in manchen Fällen notwendig gewesen zu sein , aber diese „verschanzen“ hinter der Pandemie hat zwischenzeitlich schon absurde Züge angenommen. Innerhalb der Verwaltung wird hinter vorgehaltener Hand schon sehr viel über Kollegen geredet welche sich ohne wirkliche effektive Arbeitsmöglichkeiten zu Hause im Homeoffice eingerichtet haben.
Oh wie primitiv auf solchen Einzelfällen herumzureiten mag jetzt so mancher Denken , aber sind das tatsächlich immer alles nur Einzelfälle?
Den Blick auf ein paar Großprojekte innerhalb Solingen zeigt mir bei genauerem Hinschauen die Probleme .
Bürgerbeteiligung ist da ein gerne genutztes Schlagwort, hat sich das jemand mal ernsthaft angeschaut ? Das ist aus meiner Sicht Pseudogetue.
Transparenz ist das andere , beispielsweise würde mich mal interessieren was bisher die Ohligser Umgestaltung gekostet hat inkl. aller externen Projektbeiträge und Veranstaltungen .
Es ist dort mittlerweile ja tatsächlich begonnen worden …mehr aber auch nicht !
Immer wieder erfährt man dann über das Solinger Tageblatt wie toll alles läuft , aber ehrlich gesagt erwarte ich von diesem Blättchen auch keine objektive Berichterstattung mehr …leider !
Argumentationsketten welche Mehrkosten in diesen Bereichen immer zu relativieren versuchen indem sie von Fördergeldern sprechen lassen vollkommen außer Acht das auch diese Gelder unsere Gelder sind !
Das Gefühl dafür verloren zu haben ist einer meiner Hauptvorwürfe , ganz PERVERS zum Vorschein kommt so etwas bei den veranschlagten 880.000 Euronen welche seitens der Stadt zur Vorerkundung der Bergischen Arena angesetzt worden sind .
Gehts denn eigentlich noch ? Und Menschen die solches kritisieren als ewige Nörgler darzustellen kann auch nicht richtig sein.
Eine kommunale Verwaltung hat bestimmte Aufgaben ,viele dieser Aufgaben dauern ewig lang und der Bürger hat immer weniger Möglichkeiten sich direkt an die zuständigen Stellen zu wenden.
Das oben beschriebene „ sich selber feiern“ ist bei der kürzlich im Theater ausgeführten Digitalmesse klar zu Tage getreten.
Nach außen wird ein vollkommen falsches Bild vermittelt , Solingen ist über verschiedene Fördertöpfe stark im Bereich „digitales Rathaus“ unterwegs , aber leider spiegelt sich das eher in zusätzlich gutbezahlten Stellen als in substanziell qualitativen Angeboten wieder .
Die Mensch Solingen App ist da das beste Beispiel, aus meiner Sicht lächerlich wenig Nutzen für den Bürger .
Diejenigen welche sich bis an diese Stelle durchgelesen haben werden gemerkt haben das ich nicht wirklich gut auf Solingen zu sprechen bin , es ist aber auch nicht alles schlecht .
Aber Zeiten wie diesen erwarte ich von allen in vielen Bereichen auch mal ein Umdenken. Es ist nicht immer alles gut weil es immer so gemacht wurde .
Eine Baustelle in Ohligs sollte auch funktionieren ohne mit unseren Geldern ein Ladenlokal anzumieten um 2 städtische Mitarbeiter dort exklusiv einzuquartieren.
Vorplanungen und Erkundigungen im Bezug auf eine ARENA können eventuell auch mal von eigenen Mitarbeitern gemacht werden , externen Sachverstand einzukaufen ist aber nicht grundsätzlich falsch.
Transparenz kann helfen, muss aber auch geschaffen werden . Die Nachricht das die öffentliche Beteiligung stattfinden soll , aber es von externen umgesetzt wird damit es toll und innovativ wird lässt mich zu meinem Schlussgedanken kommen :
Ich bin Solinger und fühle mich hier auch nicht unwohl, ich erwarte aber von der Verwaltung vernünftig versorgt/informiert zu werden. In manchen Bereichen greift die Kommunalverwaltung viel zu weit ins privatwirtschaftliche hinein . Wen dies geschieht besteht immer die allergrösste Gefahr das es Ungerecht wird.
Die Konzentration auf die eigenen Aufgaben kann helfen.
Schuster bleib bei deinen Leisten und leider muss ich für viele Bereiche zufügen :
Vergiss nicht das du Schuster bist und als dieser genauso wie jeder andere arbeitende Mensch Anspruch auf ein ordentliches Gehalt hast , aber keine Privilegien weils eben nicht selbsterwirtschaftetes Geld ist mit dem du bezahlt wirst .
KUNST · PERSPEKTIVEN · WISSENSARCHIV
Öffentliche Gelder und Privilegien: Meine Meinung zur Verantwortung
Veröffentlicht am 17.08.2022. · Archiviert von Bernd Grah
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