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Weniger Rhetorik, mehr Resultate: Fünf Schritte – Kurzfassung

Veröffentlicht am 20.09.2025. · Archiviert von Bernd Grah

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Weniger Rhetorik, mehr Resultate: Fünf Schritte gegen Frust und 15 %

Wer die Lage der Solinger Politik nach der Kommunalwahl 2025 allein mit Begriffen wie „geschleift“, „am Abgrund“ oder „den Radikalen gefällt’s“ zu fassen versucht, der malt nicht nur mit sehr breitem Pinsel, sondern verdeckt zugleich die eigentlich entscheidenden Linien, nämlich die nüchterne Frage nach tragfähigen Mehrheiten, belastbaren Projekten und sichtbaren Ergebnissen im Alltag der Bürgerinnen und Bürger.

Ich habe die Wahl, die Zahlen und die politischen Konstellationen in den letzten Wochen intensiv verfolgt, nicht zuletzt weil mir an meiner Stadt und ihrer Zukunft liegt – und weil ich der Meinung bin, dass Solingen weniger Pathos, dafür mehr Handwerk und Wirkung braucht.


1) Die Fakten – größerer Rat, neue Gewichte, fragmentierte Mitte


2) Zur Lage der Parteien – jenseits der Folklore

FDP: Das Ergebnis ist kein Naturereignis, sondern hausgemacht. Ohne erkennbare Projekte und mit jahrelangen Binnenkonflikten rutscht man unter die Wahrnehmungsschwelle.

SPD: Der Absturz ist historisch, aber kein Ende. Die SPD bleibt zweitstärkste Kraft, stellt den OB-Stichwahlkandidaten und wird Teil jeder tragfähigen Mehrheit sein müssen. Ihre Aufgabe: ein sichtbares Zukunftsprofil – Investitionen, soziale Balance, Sicherheit und seriöse Haushaltsführung.

CDU: Als stärkste Kraft trägt sie jetzt die Führungsverantwortung; sie muss führen, aber zugleich anschlussfähig bleiben. Eine kooperative Führungsrolle, offen für Projektmehrheiten mit SPD und lokalen Wählergruppen, ist das plausible Modell.

AfD: 15 % sind ein politisches Symptom, kein Zufall. Gegenmittel: konkrete Verbesserungen, die jeder spürt – sicherere Plätze, sauberere Straßen, schnellere Genehmigungen, verlässliche Bauprojekte.


3) Was wirklich zählt – Projektlogik statt Lagerlogik


4) Der Fünf-Punkte-Katalog für 100 Tage

  1. Innenstadt & Sicherheit: Sauberkeitsoffensive, bessere Beleuchtung, Ordnungspartnerschaften – mit klaren Quartalszielen und Kennzahlen.
  2. Schule & Bauen: Top-10-Liste dringendster Sanierungen mit Budget, Zeitplan und Online-Statusseite. Nur Projekte starten, die binnen 24 Monaten sichtbar sind.
  3. Verwaltung & Genehmigungen: 30-90-180-Regel: Erste Prüfung binnen 30 Tagen, Zwischenbescheid binnen 90, verbindliche Entscheidung binnen 180 Tagen – plus Dashboard.
  4. Finanzen: Investitions-TÜV – jeder Euro belegt durch Nutzen und Folgekosten; lieber drei Projekte fertigstellen als zehn anfangen.
  5. Kommunikation: Monatlicher Fortschrittsbericht (eine Seite, vier Grafiken), Rats-TV mit verständlichen Begleitinfos, Beteiligung dort, wo tatsächlich entschieden wird.

5) Weniger Pathos, mehr Präzision

Die Bürgerinnen und Bürger erwarten keine Untergangserzählung, sondern Verlässlichkeit. Wer Solingen „am Abgrund“ sieht, neigt zur Resignation; wer Solingen als Arbeitsauftrag versteht, baut Mehrheiten, liefert Ergebnisse und nimmt den Extremisten den Brennstoff der Enttäuschung.

Ich selbst habe erlebt, wie Politik in dieser Stadt zu oft in Ritualen erstarrt und echte Beteiligung verhindert wird. Umso mehr liegt mir daran, dass wir jetzt über konkrete Resultate sprechen – nicht über Schlagworte.


Fazit: Die Zahlen zwingen nicht zur Lähmung, sondern zur Erwachsenenversion von Kommunalpolitik: eine CDU, die führt; eine SPD, die Verantwortung annimmt; lokale Wählergruppen, die konstruktiv mitarbeiten; und eine Stadt, die sich nicht in Pathos verliert, sondern liefert. Das ist nicht romantisch – aber wirksam.


✍️ Autor: Bernd Grah (Solingen), gemeinsam mit KI